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   MUSEEN   /  SOLOTHURN   



  AUSSTELLUNGEN - EXPOSITIONS - EXHIBITIONS  

Kunstmuseum / Solothurn   Ausstellung : 2. Mai bis 2. August 2009

Mario Sala
Die Haltlosigkeit des Raumpflegers Antonio Gracia Alberto
Werkhofstrasse 30 -- CH-4500 Solothurn
Tel 032 622 23 07   Fax 032 622 50 01
Öffnungszeiten : Befragen Sie die Internet-Adresse des Museums

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Der Winterthurer Künstler Mario Sala (* 1965) hat sich mit seinem eigenwilligen und rätselhaften Schaffen einen festen Platz unter den anerkannten Schweizer Kunstschaffenden seiner Generation erworben. Sein multimediales Werk zwischen Zeichnung, Malerei, Fotografie, Objektkunst und Installation verweigert sich schnellen Zugriffen. Sala sucht Übergangsbereiche, deren Offenheit und suggestive Wirkung das Publikum als Spieler, Wanderer oder Leser ansprechen. Nach den grossen Einzelausstellungen im Kunstmuseum Winterthur (2001) und im Helmhaus Zürich (2004/05) unternimmt die Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn anhand thematischer Schwerpunkte erstmals den Versuch, das aktuelle Schaffen auf ausgesuchte Werkgruppen früherer Jahre zu beziehen.

Bei der Bedeutung, die Mario Sala dem räumlichen Erleben beimisst, erstaunt es nicht, dass der Künstler für seine Solothurner Ausstellung auf die spezifischen Raumverhältnisse des neoklassizistischen Baus eingeht und darin dem Publikum einen eigentlichen Parcours anbietet, jedoch mit vielfach gebrochenen Wegen und Irrwegen. Dass er dabei die Dimensionen und Massstäbe stetig wechselt, real erfahrbare Räume und imaginierte Räume, grosse Installationen und kleine Planzeichnungen gleichwertig nebeneinander stellt, liegt bei Salas Leitmotiv des „Driftens“ zwischen Traum und Realität auf der Hand. Der Künstler nutzt für seine Ausstellung denn auch nicht nur die beiden Parterre-Flügel, sondern auch Teile des Foyers und des Treppenhauses. Zum Thema wird der reale Raum des Kunstmuseums Solothurn selbst, seine machtvolle Symmetrie, die Ordnung der Raumfolgen, deren Begehung Sala durch Engpässe erschwert, durch eigentliche Blockaden gar ganz verunmöglicht. Auch der literarisch anmutende Titel Die Haltlosigkeit des Raumpflegers Antonio Gracia Alberto, der an Pessoa oder Kafka erinnert, unterstreicht das räumliche und seelische Gefühl der Unsicherheit.

Neben dem installativen Anspruch, der die Solothurner Ausstellung bestimmt, wird die Institution Museum auch inhaltlich befragt, geht es doch in der neuen, erstmals präsentierten Bildserie 3-Wetter-Taft um eine in der Eremitage St. Petersburg, in der Nationalgalerie Berlin sowie im Museum of Modern Art New York vor Ort unternommene Recherche. Die drei mehrteiligen Bilder-„Sets“ verbinden unterschiedlichste Elemente der drei Orte, etwa deren Inhalte, Atmosphäre, Architektur oder Umgebung. Dabei wird Gesehenes und Imaginiertes assoziativ miteinander verbunden.

Dass Mario Sala die Institution Museum mit ihrem Versprechen der Sinnstiftung in die Nähe der Kirche rückt, wird an einer Häufung von christlich anmutenden Motiven sichtbar. Der Künstler stellt u.a. seine Serie der Herrgott-Bilder (2007) aus, die mit der Darstellung der vier Jahreszeiten an spätmittelalterliche Stundenbücher erinnern. Die Symmetrie des Museums mit seiner zentralen Treppe und der Kreuzform des Grundrisses verstärkt das Gefühl einer fast religiösen Erhabenheit, die das 19. Jahrhundert seinen Musentempeln beimass. Sala reagiert auf die architektonische Dreiteilung in Zentral- und Flügelbauten mit Zeichnungen der Trinität und der drei Golgotha-Kreuze. Auch fünf riesige, teils farbige Spiegelobjekte, halb Gemälde und halb Relief, erinnern an Altar-Schreine und sind leitmotivisch auf die ganze Ausstellung verteilt. Zugleich sind sie mit ihrer vielfach gebrochenen Spiegelfläche Instrumente einer zeitgenössischen (Selbst-)Reflexion.

Die Beziehung zwischen Raum und symbolischer Bedeutung wird in einer Auswahl von Zeichnungen der Jahre 1991 bis 1998 unterstrichen: Parkhaus, Stadion, Getränkehandel und Intensivstation heissen die alltäglichen und doch so befremdlich anmutenden Orte. Als Leitfigur tritt in ihnen ein „Drifter“ auf, der – genauso wie der Raumpfleger Antonio Gracia Alberto in seiner Haltlosigkeit zwischen Versuchung, Gnade und Reinheit – für den Künstler selbst und sein Publikum stehen mag, das ihm auf seinen Wegen folgt.

Zur Ausstellung erscheint im Verlag für moderne Kunst, Nürnberg, ein zweisprachiges Buch (D/E, 184 Seiten) mit zahlreichen Abbildungen sowie Aufsätzen von Barbara von Flüe, Hans-Rudolf Reust, Roswitha Schild und Christoph Vögele. Ausstellung und Buch gehören zum Förderprogramm Binding Sélection d’Artistes, mit dem die Sophie und Karl Binding Stiftung Basel seit 2004 zur Vermittlung von Schweizer Kunstschaffenden beiträgt.

Christoph Vögele


Kunstmuseum Graphisches Kabinett / Solothurn   Ausstellung : 16. Mai bis 9. August 2009

Cécile Hummel
Streiflichter
Werkhofstrasse 30 -- CH-4500 Solothurn
Tel 032 622 23 07   Fax 032 622 50 01
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Cécile Hummel (*1962 im Thurgau, lebt in Basel) gehört wie Silvia Bächli, Mirjam Cahn und Claudia und Julia Müller zu einer Generation von Schweizer Künstlerinnen, die seit den 1980er Jahren im Medium der Zeichnung arbeiten und darin eine ganz eigene künstlerische Sprache entwickelt haben. Hummel hat ihr zeichnerisches Spektrum von Anfang an in den Bereich der Medienkunst erweitert: Es ist vor allem die Fotografie, die in Form von Polaroids, Inkjet-Drucken oder Heliogravüren die zeichnerische Arbeit begleitet.

Cécile Hummel interessiert sich nicht für das Aussergewöhnliche oder das Ferne, sondern nähert sich in ihren Bildern vielmehr dem, was uns täglich umgibt. Sie fotografiert Häuserfassaden, die wie Skulpturen anmuten, Interieurs mit Spiegeln und Sesseln, die Erinnerungen aus einer anderen Zeit wecken, filmt sorgsam gestaltete Süssigkeiten in einer römischen Pasticceria, zeichnet ineinander verschachtelte Räume, Konzertsäle, Kinosäle, Bibliotheken. Die Künstlerin hält mit der Kamera fest, was sich der flüchtigen Wahrnehmung entzieht und schafft zeichnend Bildräume, in denen sich Gesehenes mit Erinnertem verbindet. Während ihre Fotografien aus dem Moment heraus entstehen und als atmosphärische Stimmungsbilder von bestimmten Orten und Objekten erzählen, lösen sich die Zeichnungen immer wieder vom realen Aussenbild und zeigen autonome Bildräume von grosser Schönheit. Gerade die neuesten Zeichnungen, die während eines Stipendienaufenthaltes in Berlin entstanden sind und die in der Ausstellung in Solothurn erstmals zu sehen sind, zeugen von Hummels Interesse für Figurationen, die sich vom Gegenstand lösen und eigenständige gestalterische Qualitäten entwickeln. Die Künstlerin hat sich in „Nachtbildern“ mit dem Phänomen des Lichtes auseinandergesetzt; dabei ist sie dem Thema nicht nur motivisch nachgegangen, sondern hat auch die Grenzen und Möglichkeiten des Mediums Zeichnung ausgelotet. Entstanden sind dabei zum Teil grossformatige Blätter, die die Gestaltungsmittel – das weisse Blatt, die lasierend aufgetragene Gouache-Farbe – reflektieren und für ganz eigenständige Bildfindungen fruchtbar machen.

Der Titel der Ausstellung kann programmatisch verstanden werden: Er fasst nicht nur Cécile Hummels Interesse für das, was im Alltag verborgen liegt und im wahrsten Sinne des Wortes ans Licht geholt werden kann, sondern er umschreibt die Künstlerin auch als Flaneurin, die ihre Bilder beim Durchwandern von Stadträumen findet. Dieses Interesse für den Blick, der die Dinge streift, sie jedoch nicht in einer festlegenden Eindeutigkeit festhält, zeigt sich nicht nur in den Gouachezeichnungen von Cécile Hummel, sondern auch in den installativen Hängungen, mit denen die Künstlerin bekannt geworden ist. Aus einem grossen Fundus wählt sie Gouachen, Tuschezeichungen, Inkjet-Drucke und Fotografien und fügt sie zu assoziativen Bildfeldern an der Wand. Die einzelnen Arbeiten wachsen so über den Blattrand hinaus und verbinden sich zu möglichen Geschichten, die sich – einmal angedeutet – wieder verflüchtigen. So fragt die Künstlerin einerseits nach dem Wesen der Dinge, nach ihrer Form und ihrer Erscheinung; immer jedoch geht es ihr auch um ein Nachdenken über die Möglichkeiten des Bildes an sich.

Barbara von Flüe


Kunstverein / Solothurn   Ausstellung : 29. August bis 8. November 2009

SAMMELN VERPFLICHTET
Ganzes Parterre und Graphisches Kabinett
Kuratiert von Roswitha Schild
Kunstverein Solothurn
Quellenweg 1 4500 Solothurn
Telefon: 032/621 37 71   Telefax: 032/621 75 49
Öffnungszeiten : Befragen Sie die Internet-Adresse des Museums

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Der Kunstverein Solothurn im Spiegel seiner Sammlung
Ankäufe, Schenkungen und Verluste unter besonderer Berücksichtigung des Buchser-Vermächtnisses. Konzipiert von allen Kunstvereins-Präsident/innen seit 1967
Vernissage: Samstag, 29. August 2009
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