Vorstellung


In einem Schloß, das in den letzten Jahren jenen Stellewert in der Kulturlandschaft der Region wiedergetunden hat, der ihm zu eigen ist, wird ein weiteres bedeutendes Ereignis beherbergt. Die große Ausstellung über Albrecht Dürer, den größten deutschen Künstler der Renaissance, für dessen Werke die Säle des Schlosses einen würdigen Rahmen bieten. Dank der Zusammenarbeit des Assessorats für Kultur der Gemeinde mit einer so renommierten Vereinigung wie die Europäische Triennale des Kupfer- und Holzstichs, die diese antike und faszinierende Kunstform durch wichtige Kulturereignisse fördert, gelangt nun endlich eine außergewöhnliche Sammlung von Sticheln und Xylographien in unsere Stadt. Sie werden zum ersten Mal bei einer Ausstellung von internationalem Rang gezeigt.

Eine Veranstaltung, die Görz den ganzen Sommer über zu einem belebten und konstruktiven Kulturzentrum machen wird. Sie wird sicher nicht nur in Kreisen von anspruchsvollsten Kunstliebhabern auf reges Interesse stoßen, sondern auch bei jenen, und diese Gruppe wird immer größer, die das Bedürfnis haben, die großen Meister und die großen Kunstschätze der Vergangenheit kennen - und schätzenzulernen.

Der Stadtrat für Kultur
Antonio Devetag


Der Bürgermeister
Gaetano Valenti>


In einem historischen Moment pragmatischer "Gemeinschaftsprojekte Europas" will die europaeische Triennale der Gravierung - sechzehn Jahre nach ihrer Gruendung - dieses Jahr einen Kuenstler vorstellen, der mit seinem Werk und seinem Zeitgefuehl dieses nicht klar definierbare Einheitsbestreben der Voelker und Laender verkoerpert, erguaenzt und in gewisser Weise auch erhoeht.

Albrecht Duerer - von dem die Ausstellung die intimisten und gleichzeitig universalistischen Visionen zeigt - ist der im 15. Jahrhundert in Nuernberg lebende Maler und Stichkuenstler, der, obwohl fuer typisch Deutsch gehalten, durch sein Streben nach Erkenntnissen jede Landesgrenze ueberwindet.

Waehrend Duerer in Venedig eine Altartafel fuer die Kapelle deutscher Kaufmaenner malt, anvertraut er sich in einem Brief seinem Freund Pirckheimer: "Ach, wie ich die Sonne ersehne, waehrend ich vor Kaelte zittere: denn hier bin ich ein Ehrenmann. in der Heimat ein Parasit".

Dieser zaertliche und private Ausdruck, der in einer seiner kleinsten, mit dem Stichel bearbeiteten Druckplatte verdichtet werden koennte, zeugt von der Erleuchterung, die er durch das grosse italienische Licht des Humanismus und der Renaissance gehabt hat.

Eine Nostalgie der Seele: Sehnsucht als Wort, das fuer die Augen gepraegt wurde, die die Natur erforschen, nicht etwa um sie nachzubilden, sondern um ihr Mysterium zu erfahren. Es ist wohl dieses europaeische Gefuehl der Kunst und Kultur, das unsere Vereinigung foerdern moechte, aber nicht auf der Ebene einer homologisierenden Esperanto-Sprache, sondern als eine Verschmelzung, in der jede besondere Identitaet Spiegel einer gemeinsamen Utopie wird.

Das Schloss in Gorizia - Zeichen und Kreuzweg der verschiedensten Kulturen - kein anderes waere als symbolischster Sitz besser geiegnet, um einen so ausserordentlichen Schatz der europaeischen Kultur aufzunehmen.

Deshalb sind wir den Verwaltern einer edlen Stadt dankbar, die sich "einst" - was uns zu sagen gefiele - als Grenzstadt verstand.
Der Vorsitzende der
Triennale Europea dell'Incisione

Giuseppe Zigaina


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