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| Ulrich KrempelUlrich Krempel |
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Die politischen Weltbilder des Niki de Saint Phalle
von Ulrich Kempel 1/6 |
Das Werk der Niki de Saint Phalle ist heute international bekannt und
akzeptiert. Sie gehört zu den bekanntesten Künstlern des 20.Jahrhunderts,
und sie war und ist noch heute eine öffentliche Figur im zeitgenössischen
Kunstleben, lebendig und erfindungsreich, schöpferisch und offenherzig. Von
ihren ersten Anfängen in den fünfziger Jahren, als sie mit dem Zeichnen und
Malen begann, hin über die Assemblagen und Schießbilder, die politischen
und künstlerischen Statements der frühen sechziger entwickelte sich ihre
künstlerische Karriere mit hoher Geschwindigkeit. Lange bevor sie die Nanas
erfand, waren die zentralen Begriffe ihrer Kunst schon in den frühen Jahren
benannt. die additiven Strategien von Collage und Assemblage, von Sammlung
und Veränderung der gefundenen Materialien, die Erfindung von Landschaften,
handelnden Figuren und Geschichten, eine intensive Beziehung von privatem
und öffentlichem Arbeiten und Leben.
Nachdem sie erst einmal die Privatheit ihrer Familie und ihres vorkünstlerischen Lebens verlassen hatte, scheint sich die Künstlerin Niki de Saint Phalle der Notwendigkeit bewußt geworden zu sein, in allen möglichen und verfügbaren öffentlichen Räumen - wie der Kunst, der Presse und den Medien - zu leben und zu arbeiten. Dabei war ihr Konzept ein politisches, in enger Verbindung mit den alternativen Bildwelten der Pop-Ära, die sich im täglichen Leben wie der Kunst, in Musik, Literatur und im Film neu entwickelten. Das öffentliche Leben der Niki de Saint Phalle begann in den begrenzten Pariser Kunstzirkeln, in der Gruppe der Nouveaux Réalistes, bald aber verließ sie den begrenzten Raum der Kunstszene und wurde, ungeplant zunächst und dann absichtsvoll und ganz bewußt, eine öffentliche Figur in der sich neu entwickelnden Kunstwelt der Sechziger. Lange vor dem Feminismus in der Kunst definierte sie für sich neue Rollen und Existenzformen einer Künstlerin mit bemerkenswerter Feminität. Sie war die Schönheit, die dem Biest des öffentlichen Geschmacks ins Gesicht schlug. Absichtsvoll ignorierte sie weibliche Rollenbilder wie Ausgeglichenheit, Zurückgezogenheit, Schüchternheit und die Bereitschaft, in der zweiten Reihe zu leben. Dagegen setzte sie ihre scharfe Kritik an der Männergesellschaft und ihren Bildwelten, verließ in ihrer eigenen Kunst die alten Frauenrollen und formulierte spielerisch neue Rollen und Möglichkeiten. In ihrer Kunst antizipierte sie so die Dialektik der Geburt einer möglichen neuen Welt aus der Zerstörung der alten. |
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Die Haut der Bilder
Krieg ohne Opfer : die Schießbilder
Die Kunst in der Öffentlichkeit
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Die politischen Weltbilder des Niki de Saint Phalle The Political Universe in the Art of Niki de Saint Phalle L'Univers politique dans l'art de Niki de Saint Phalle |
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