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bestehen aus rechteckigen Rastern unterschiedlicher Regelmäßigkeit. Einige sind streng, fast wie Fenster, andere wiederum wie verbogene senkrechte Gitterstäbe mit verschiedenen Abständen oder wie Absperrungen.

Diese regelmäßigen Formen tauchen immer wieder auf. Und wenn ein bestimmtes Bild in Smyths Werken wie,ein geschlossenes Fenster erscheint, ist es für uns schwer, angesichts all dieser Raster nicht andere Metamorphosen zum Thema Fenster heraufzubeschwören. Ein Thema, das Maler und Autoren seit dein 15. Jahrhundert fortwährend beschäftigt. Tatsächlich hat man in der Renaissance gemalte Bilder immer als Aussichten ans einem (nota bene offenen) Fenster verstanden. Es ist Tatsache, dass das Rechteck eines Fensters unseren Blickwinkel einschränkt. Unsere Sicht ist "begrenzt" und wird innerhalb dieser Grenzen konzentriert. David Smyth ist sich dieses Wunsches, etwas einzurahmen, zu begrenzen, durchaus bewusst, denn dadurch erhält das Bild eine größere visuelle Intensität. Aber die moderne Welt, die David Smyth so aufmerksam beobachtet, wird schärfer, wenn es darurn geht, die in ihr enthaltenen Kräfte und Dynamik einzugrenzen. Diese Kräfte sind zu stark, um in einem Fensterrahmen gehalten werden zu können. Sie neigen dazu, sich zu verteilen. Wie vor ihm Paul Klee, ersetzt David Smyth das Fenster durch die Raster; bereits Vincent van Gogh spielte mit seinen "fürchterlichen Leidenschaften" auf die Ansicht der zeitgenössischen Kunst an, dass die Farbe explosive Kraft besäße. Um diese Kraft festhalten zu können, muß sie durch eine Art Raster oder Spielbrett kanalisiert werden. In David Smyths Werk taucht die Form eines unregelmäßigen Damebretts immer wieder auf. Diese Unregelmäßigkeit geht Hand in Hand mit der Tatsache, dass die Farbe immer über die scheinbaren Grenzen hinaus bordet. Oder es sind die aus

gedrehtem Papier gemachten Collagen, die den Blick fangen, da die Papierstücke mit Buchstaben spielen.

DIE AUTORITÄT DER BUCHSTABEN

Auf Smyths Bildern finden wir oft Geschriebenes.Abgerissene Stücke von Plakaten oder Seiten aus Zeitschriften werden auf die Leinwand aufgebracht. Manchmal sind Teile von Fotografien dabei, aber immer gibt es Wortfragmente, die nur teilweise lesbar sind. Diese Buchstaben, weiß auf schwarz oder schwarz auf weiß, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich.

Da diese Buchstaben niemals mehr als nur Wortfragmente ergeben, betteln sie geradezu darum, gelesen zu werden, ohne es aber zuzulassen. In dieser Hinsicht ist die Position David Smyths einzigartig und symbolisiert ohne Zweifel die zwiespältige Beziehung, die das Sichtbare ans Wort, den Blick an den Buchstaben bindet. Der Zwiespalt besteht darin, dass das Sichtbare an das Sagbare und das Sagbare an das Sichtbare appelliert, und gleichzeitig beide voneinander Abstand halten. Es scheint, als wolle Smyth sagen, dass der kurze Blick in gewisser Weise an das gesprochene Wort appelliert, das gesprochene Wort jedoch niemals den gleichen Raum wie das Sehen oder das Sehen den gleichen Raum wie das gesprochene Wort einnehmen wird.

Da Smyth ein moderner Geist ist, macht er dieses Verhältnis noch zwiespältiger. Die Schriftfragmente auf seinen Bildern stammen aus einer Zeitung, von Anzeigen, über die wir nichts wissen. Wir wissen nur, dass es sich um "Dinge" handelt, die unseren Blick auf sich ziehen, wenn wir durch die Stadtlandschaft streifen. Und da sie auf Papier stehen, lösen sie sich teilweise ab und zerreissen. Im Gegensatz zu den sogenannten "Affichistes"


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