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der Sechziger und Siebziger Jahre kann man David Smyth nicht auf die Ästhetik des zerrissenen Plakats festnageln. Das zerrissene Plakat steht nicht Ein Zentrum seinesWerks. Wesentlich kritischer formulieren die Collagen die alte Frage nach dem Status der Schrift angesichts des Sichtbaren neu. Es ist daher sicherlich kein Zufall, dass einige von Smyths Bildern Städtenamen zurn Titel haben - Rio,Turin, Berlin,Venedig. Hier hat der Maler den besonderen Effekt der Moderne entdeckt: Die Malerei kann wie die Stadt einen lesbaren Text in eine visuelle "Sache" verwandeln, in der die Buchstaben mit den Farben spielen. Es gibt in dieser Malerei ein Gefühl der spielerischen Fröhlichkeit, das alles ausnutzt, was ihm "unter die Augen tritt".

EHER ORTE ALS DINGE

Formlose Wände, die vorgeben, ein Hintergrund zu sein, Fenster, Gitter und Spielbretter, Farben auf der Suche nach ihren Grenzen, unleserliche Inschriften. All diese Charakteristika entfernen David Smyths Bilder von der Darstellung von Figuren und Dingen. Seine Bilder scheinen stattdessen Orte, Ausdehnungen und Räume vorzuschlagen, deren Eigenschaften zu bestimmen uns der Maler überläßt. Könnten wir das überhaupt vermeiden? Aber zurück zu Leonardo da Vinci. Wenn man mit Räumen konfrontiert wird, die nur vage vorgegeben sind, setzt immer die Vorstellungskraft ein, bis wir schließlich glauben, dass es keine Gedariken ohne Bilder gibt. Für mich haben David Smyths Bilder etwas glühend Heißes an sich, wie trockene heiße Wüsten. In diesen großen Landschaften kann man von einern Stein oder Felsen zum nächsten wandern, von einer Windung zur nächsten und manchmal steigt man auf eine Sanddüne oder glaubt im glitzernden Licht

eine Oase in der Ferne auszumachen. Auch hier sucht das Auge nach Markierungen, manchmal findet man sie in der Form eines Rasters. Der Raum wird nicht dreidimensional, die Markierungen sind nicht erhaben. Der Raum ist flach und leer. Genauso wie in trockenen und sonnigen Wüsten, wo plötzlich eine Fata Morgana entsteht. Sie tauchen jedoch nicht plötzlich am Horizont auf, denn es gibt keinen Horizont. Die Erde ist hier unermeßlich, wüst und leer.
Es gibt ein spielerisches Elernent in den Bildern von David Smyth, aber auch eine gewisse Tragik. So lassen wir uns wohl gerne ein auf das fröhliche Spiel wechselnder Farben, die ineinander übergehen und im Kreis Hand in Hand miteinander zu tanzen scheinen. Doch das Gegenteil ist ebenso der Fall, es gibt einen gequälten Boden, der lebhaft von der Unordnung der Farben animiert wird, auf dein aber die Raster und Spielbretter nichts anderes mehr urnfassen als den Schutt der Dinge.
Auch wenn es zunächst der schattierte Hintergrund in Smyths Bildern ist, der den Blick des Betrachters verführt, so sind es darin doch der "Schutt" oder die "Quasi-Objekte", die ihn schließlich festnageln. Sie beherrschen den Blick, den sie an allen Punkten der Ausdehnung auf sich ziehen. An ausgedehnten, mit "Trivialitätan" übersäten Orten sprechen sie von Verlassenheit und Einsamkeit. Da gibt es etwas, das nicht nur für den Maler wichtig ist oder der Lust des Betrachters dient. Es hat mit dein Leben der Menschen zu tun und damit, dass es uns zwingt, unseren Weg einzuhalten, auch wenn wir oft desorientiert sind und fortwährend über Hindernisse stolpern. So appellieren die Arbeiten von David Smyth auch an eine neue Art von Humanismus. Der Lärm einer Welt, die oft desorientiert und auf der Suche nach der eigenen Ordnung ist, schallt zu uns aus leeren und verlassenen Orten.

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